Macht die Abholzung von Bäumen für Solarparks deren Nutzen für die Umwelt wieder zunichte?
Wissenschaftliche Belege zeigen...
Ein durchschnittlicher Acre (nordamerikanisches Flächenmaß, entspricht etwa 0,4 Hektar) eines Solarparks in den USA gleicht in einem Jahr ungefähr 204- bis 231-mal mehr Kohlendioxid aus als eine Fläche Wald derselben Größe.
Die Abholzung von Bäumen für Solarparks macht jeglichen ökologischen Nutzen wieder zunichte
„Es ist nicht „grün“, tausende Acres Wald zu roden, um dort große Solaranlagen zu errichten. Bäume absorbieren Kohlenstoff aus der Atmosphäre und verlangsamen die Erderwärmung. Die Abholzung trägt zum Klimawandel bei.“ (5 Things you need to Know About Solar)
Wälder haben einen unermesslichen Nutzen für die Umwelt, einen Erholungswert und auch einen intrinsischen Wert. Betrachtet man jedoch den sehr speziellen, aber wichtigen Aspekt der Kohlenstoffbuchhaltung, trifft es meistens nicht zu, dass das Abholzen von Bäumen zur Errichtung eines Solarparks die Emissionsminderung durch die erzeugte Solarenergie wieder zunichtemacht. Tatsächlich gleicht ein Acre eines Solarparks in den USA in den meisten Fällen signifikant mehr Kohlendioxidemissionen aus, als es dieselbe Fläche gepflanzter Bäume könnte.
In den USA beträgt die Emissionsintensität von Elektrizität, die durch Gaskraftwerke erzeugt wird, rund 486 Kilogramm pro Megawattstunde (MWh).1 Dagegen liegt die Emissionsintensität von solar erzeugter Elektrizität bei ungefähr 43 Kilogramm pro MWh, was im Vergleich zu Erdgas eine Differenz von 443 Kilogramm pro MWh ausmacht. Laut einer Studie des Journal of Photovoltaics aus dem Jahr 2022 produzieren gewerbliche Solaranlagen zwischen 394 und 447 MWh pro Acre (Bolinger & Bolinger 2022). Nutzt man diese anstelle von Erdgas, so würde ein Acre eines Solarparks zwischen 175 und 198 Tonnen Kohlendioxid einsparen und dabei emissionsfreien Strom produzieren.
Laut der US-Umweltschutzbehörde EPA absorbiert ein durchschnittlicher Acre Wald in den USA 0,857 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr.2 Demzufolge gleicht ein durchschnittlicher Acre eines Solarparks in den USA in einem Jahr rund 204- bis 231-mal mehr Kohlendioxid aus als dieselbe Fläche Wald.
Zudem wird durch die Abholzung von Wäldern zwar der in den Bäumen gespeicherte Kohlenstoff freigesetzt, doch kann dies durch die Erzeugung von Solarenergie und der daraus resultierenden Reduzierung von Emissionen fossiler Brennstoffe wieder ausgeglichen werden. Schätzungen der US-Umweltschutzbehörde EPA zufolge speichert ein durchschnittlicher Acre Wald 83 Tonnen Kohlenstoff, wobei die Hälfte davon im Boden zu finden ist.3 Sogar wenn man annehmen würde, dass die gesamten 83 Tonnen Kohlenstoff (etwa 304 Tonnen Kohlendioxid)4 beim Bau eines Solarparks freigesetzt werden, könnten diese Emissionen von einem herkömmlichen Solarpark innerhalb von 2 Betriebsjahren wieder ausgeglichen werden.5 Um die Bedrohung des Waldes in Relation zu setzen, ist abschließend zu erwähnen, dass nur etwa 4 % der Solarparkprojekte in den USA gegenwärtig auf Waldflächen realisiert werden (Kruitwagen et al. 2021).6
Fußnoten:
[1] Nat’l Renewable Energy Laboratory, Life Cycle Greenhouse Gas Emissions from Electricity Generation: Update (Sept. 2021) (Table 1). NREL calculates emissions intensity using grams of carbon dioxide equivalent per kilowatt-hour.
[2] Greenhouse Gas Equivalencies Calculator – Revision History, U.S. Env’t Prot. Agency (last visited March 26, 2024).
[3] Greenhouse Gas Equivalencies Calculator – Calculations and References, U.S. Env’t Prot. Agency (last visited March 26, 2024).
[4] Der „Greenhouse Gases Equivalencies Calculator“ der US-amerikanischen Umweltbehörde (EPA) erklärt, dass zur Umrechnung der Kohlenstoffdichte in Kohlendioxiddichte metrische Tonnen Kohlenstoff mit dem Verhältnis des Molekulargewichts von Kohlendioxid zu dem von Kohlenstoff (44/12) multipliziert werden sollten
[5] Diese Berechnung basiert auf der Tatsache, dass ein Acre Solarmodule, die Strom aus Erdgas ersetzen, zwischen 175 und 198 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr einsparen würden, wie weiter oben in diesem Eintrag beschrieben.
[6] Ergänzende Daten für die zusätzliche Abbildung 10 belegen, dass die Solarkapazität in den USA im Dezember 2018 über alle Landtypen hinweg 54,14 GW betrug, während die Solarkapazität auf als „bewaldet“ gekennzeichnetem Land 2,15 GW betrug. Dies entspricht etwa 4 % der Gesamtkapazität.
Diese Erklärung basiert auf der Veröffentlichung "Rebutting 33 False Claims About Solar, Wind, and Electric Vehicles" vom Sabin Center for Climate Change Law an der Columbia Law School. Die deutsche Übersetzung wurde im Rahmen des MA-Kurses Projektarbeit „Skeptical Science“ unter der Leitung von Simona Füger und Nicole Keller an der Universität Heidelberg von Julia Hellwig, Damianus Pawlak, Isabel Schmitt, Yasmin Speltz, Andrei Sumcov und Ulrike Weber erstellt.
Translation by BaerbelW, . View original English version.
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